Neuerscheinung vom Einhorn Verlag am 21. Juni 2026
Geheimnisse in der Einhornstraße
Die Einhörner in Gefahr
2. Band aus der Reihe "Geheimnisse in der Einhornstraße"
Warum dieses Buch?
Das liegt doch auf der Hand. Meine Enkelin verlangte sofort, nachdem sie den ersten Band gelesen hatte, eine Fortsetzung der Geschichte. Diesem Wunsch kam ich natürlich gern nach. Zumal mir auch gleich eine spannende Handlung einfiel. Diesmal sollten die Gangster in der Einhornwelt, die den Einhörner nichts Gutes wollen, eine größere Rolle spielen.
Ein besonders perfider Plan, die Vermarktung der Hörner der magischen Wesen, soll viel Geld in die Kassen des Gangstersyndikats spülen. Sie wollen sich den Aberglauben der Menschen zunutze machen, dass Nashornpulver bei der Einnahme wahre Wunder wirken soll. Wie wirksam muss erst das Hornpulver von magischen Wesen sein?
Es wird also wieder spannend. Können Emma und Lisa gegen die geballte Bosheit der Gangster ankommen?
Freut euch aufs lesen.
Euer
Norbert Lingen
205 Seiten, 79 Kapitel 22 Abbildungen
Klappentext
Emma und Lisa wissen es längst: Einhörner gibt es wirklich. Und die beiden Mädchen sind auf geheimnisvolle Weise mit ihnen verbunden. Doch dieses Wunder bringt große Veranwortung mit sich.
Das Verbrechersyndikat "Die Loge" bedroht die Einhornwelt. Sein Boss Al Patrone hat einen finsteren Plan ausgeheckt: Er jagt nach den Hörnern der magischen Wesen - und schreckt dabei vor nichts zurück. Aber Emma und Lisa geben nicht auf. Mit Mut und klugen Ideen stellen sie sich der Gefahr.
Ald die Loge zurückschlägt, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Können Emma und Lisa die Einörner retten und Al Patrone aufhalten?
Zusammenfassung
Emma und Lisa haben ihre ersten Abenteuer mit dem Zauberwaldwesen in der Einhorndimension glücklich überstanden. Damit ist der Respekt vor der anderen Dimension gewachsen. Jetzt sind sie wieder zu Hause, gehen zur Schule, spielen oder vertreiben sich die Zeit, wie kleine Schülerinnen das eben tun. Das Wagnis, allein auf der Blumenwiese ihre Einhörner zu treffen, wollen sie vorläufig nicht eingehen. Frau Penelope Löffelsterz, die die Kinder jetzt nur noch die Löffel nennen, hat es zudem verboten. Die Kinder müssen zuerst ihre Kenntnisse über die Einhorndimension verbessern. Sie hat Unterricht versprochen, doch je länger es dauert, umso größer wird die Sehnsucht nach ihren Einhörnern.
So beschließen die Kinder, wieder einmal allein die Einhornstraße Nummer fünf in Erlangen auf zu suchen. Sie wollen die Löffel an ihr Versprechen erinnern und vor allem mit ihren Einhörnern zusammentreffen. Die Löffel ist einsichtig und sie erhalten gleich ihre erste Lektion in Einhornkommunikation und treffen glücklich ihre Einhörner wieder. Kaum schließen sie die Wohnungstür der Löffel hinter sich, werden sie mit einem unheimlichen Wesen im Treppenhaus konfrontiert, das offensichtlich der Löffel ans Leder will. Es handelt sich um Igor, den Obergangster der Loge, der sich als hartnäckiger Verfolger der beiden Mädchen herausstellt. Schließlich entführt er die beiden Mädchen und sie sind in der Gewalt von Al Patrone, dem Boss der Loge. Al Patrone hat eine Rechnung mit den beiden offen, denn das von den Mädchen und Frau Penelope Löffelsterz seinerzeit vernichtete Zauberwaldwesen war prominentes Mitglied im Gangstersyndikat „Die Loge“. Dank ihres Transferschlüssels entkommen sie aus dem dunklen Loch, in das Igor sie gesperrt hat.
Die Transferschlüssel dienen dem Übergang von der einen in die andere Dimension. Das Gangstersyndikat hat sich auf dunklen Wegen zwei substanzielle Transferschlüssel beschafft. Im Gegensatz zu den immateriellen Transferschlüssel, die nur im Geist der Benutzer existieren, kann man substanzielle Transferschlüssel anfassen. Es handelt sich um ein blinkendes Kästchen mit einem Knopf darauf. Die Transferschlüssel sind die Voraussetzung für Geschäfte der Loge in der Menschendimension. Nur mit den Transferschlüsseln ist der Austausch von Personen und Waren zwischen den Dimensionen möglich. Natürlich ist dieser Austausch höchst illegal, was die Gangster der Loge natürlich nicht stört.
Al Patrone macht neben den üblichen illegalen Geschäften wie Drogenhandel, Glückspiel und Schmuggel sein Geld mit dem Verkauf von Nashornpulver in der Menschendimension. Doch angesichts der ungezügelten Wilderei in beiden Dimensionen werden die Nashörner langsam knapp. Sie stehen vor dem Aussterben. Vom Einhornpulver, gewonnen aus den Hörnern der Einhörner, verspricht sich Al Patrone wieder ausreichenden Nachschub und größeren Profit. Die Einhörner geraten in existenzielle Gefahr, denn Al Patrone will im großen Stil in das Einhornpulvergeschäft einsteigen.
Der erste Probelauf der Loge, die tödliche Jagd auf ein Einhorn, schockiert nicht nur die gesamte Einhornwelt, sondern auch die Mädchen, die das Opfer mit abgeschlagenem Horn auf der Blumenwiese finden. Jetzt erst wird Emma und Lisa sowie Frau Penelope Löffelsterz in ihrer Eigenschaft als Vorstandsvorsitzende der Internationalen Einhorngesellschaft in Schwäbisch Gmünd die große Gefahr für die Einhörner bewusst. Es beginnt eine spannende Jagd, die darin mündet, dass der ein oder andere Gangster in der falschen Dimension strandet und die Taskforce der Internationalen Einhorngesellschaft den einen und die beiden Mädchen den anderen Transferschlüssel der Loge ergattern. So dürfte das Geschäft der Loge mit der Menschendimension und damit auch das Einhornpulvergeschäft geplatzt sein.
Wie es am Ende ausgeht und ob Emma und Lisa Al PAtrone erneut beiegen können könnt eIhr am dem 21. Juni 2026 selbst nachlesen.
Leseprobe
Kapitel 18 Von Igor entführt
Emma rennt auch los und bemerkt den Mann mit den rötlichen Augen nicht, der ihr in einigem Abstand gefolgt ist. Sie war in ihre Gedanken vertieft und hat völlig versäumt, ab und zu nach hinten zu schauen.
»Mensch, Lisa, zum Glück geht es dir gut.«
»Wieso sollte es mir nicht gut gehen?«, fragt Lisa überrascht. »War doch nur in der Schule.« Sie lacht fröhlich.
»Ich dachte, die hätten dich erwischt«, ruft Emma aufgeregt und bemerkt Lisas erschreckten Blick. Sie dreht sich um, doch es ist zu spät.
Der Gangster, der ihr vor der Schule aufgelauert hat, hat sie so fest von hinten am rechten Arm gefasst, dass es schmerzt. Mit der anderen Hand packt er Lisas Arm.
»Nun habe ich euch, ihr Früchtchen.« Seine Augen leuchten abrupt tiefrot auf, er drückt mit dem Unterarm auf seine Jackentasche und sie haben das Gefühl, als drehe sich alles um sie.
Sie stehen unvermittelt in einem luxuriösen riesigen Raum, eingerichtet mit den teuersten Möbeln. Dicke Teppiche schlucken jeden Schritt und wertvolle Ölgemälde zieren die Wände. Am hinteren Ende des Saales steht vor einem mächtigen dunklen Bücherregal ein gigantischer hölzerner Schreibtisch, verziert mit kostbaren Intarsien und Einlegearbeiten. Daran sitzt ein alter Mann mit weißen Haaren, das faltige Gesicht braun gebrannt, die Augen wässrig blau, in ein weißes Dinnerjacket gekleidet.
Er schaut überrascht auf und blafft den Gangster, der die beiden Mädchen am Arm gepackt hat, an. Der Alte spricht mit ungewöhnlich hoher und heiserer Stimme: »Geht es noch dramatischer, Igor? Anklopfen kannst du nicht?«
Igor verbeugt sich knapp: »Verzeihung, Boss, ich habe sie auf offener Straße erwischt und wollte kein Aufsehen.
Es musste schnell gehen.«
»Okay, jetzt verschwinde. Lass mich mit den beiden Mädchen allein.«
Emma und Lisa sind fürchterlich erschrocken. Das ging alles rasend schnell. Emma ist sofort klar, dass sie die Dimension gewechselt haben. Jetzt stehen sie wohl vor dem gefährlichen Boss der Loge namens Al Patrone, vor dem die Löffel sie gewarnt hat. Emma sinkt der Mut. Niemand vermisst sie zu Hause, denn die Zeit läuft dort nicht weiter, wenn sie die Dimension wechseln. Al Patrone kann sie so lange hier festhalten, wie er will, und keiner wird es drüben jemals merken. Lisa fasst nach Emmas Hand.
»Nur nicht so schüchtern, ihr Kleinen. Seid ihr doch sonst auch nicht, wie ich gehört habe. Kommt her.« Al Patrone winkt die Kinder mit einem falschen Lächeln an seinen Schreibtisch.
Die beiden gehen Hand in Hand, langsam und leicht zitternd auf den riesigen Tisch zu und bleiben einige Meter vor ihm stehen.
»Noch näher.« Al Patrone winkt die beiden ungeduldig weiter heran. »Und wenn ich bitten dürfte, etwas zügiger. Ich habe meine Zeit nicht gestohlen.«
Emma und Lisa fassen sich ein Herz und schreiten flott bis an die Tischkante des Schreibtisches. Die Atmosphäre im Raum ist spannungsgeladen. Zumindest empfinden die Kinder das so.
Al Patrone wirkt hingegen ruhig und gelassen. »Was führt euch denn zu mir?«, fragt er grinsend. »Wolltet ihr ein neues Abenteuer erleben?«
Die Kinder schauen sich ratlos an. Mit Ironie können die beiden noch nicht umgehen.
Endlich nimmt Emma all ihren Mut zusammen. »Wir sind nicht freiwillig hier. Wenn Sie uns nicht erwartet haben, hat sich Ihr Igor vermutlich geirrt und sollte uns nicht zu Ihnen bringen.«
Lisa fügt mutig hinzu: »Dann sollten wir gleich wieder gehen.« Sie dreht sich um, zieht Emma mit und macht Anstalten, vom Schreibtisch wegzugehen.
»Stopp!«, brüllt der Boss aufgebracht. »Das könnte euch so passen. Aber alle Achtung, ihr traut euch was. Jetzt wird mir manches klar.«
Al Patrone steht von seinem Schreibtisch auf. Er kann sich nicht ganz aufrichten. Wegen seines Alters trippelt er leicht gebeugt um den Schreibtisch herum und baut sich drohend vor den Mädchen auf. Das fällt ihm trotz seiner Betagtheit nicht schwer.
»Ihr seid also die beiden, die gemeinsam mit ihren so guten Einhörnern« – das Wort »guten« spuckt er hasserfüllt aus – »mein liebstes und eines der wichtigsten Mitglieder der Loge, das Zauberwaldwesen, vernichtet habt. Das ist euch gründlich gelungen, nicht einmal das kleine hinterlistige Mäuschen ist übriggeblieben. Die nervige alte Löffelsterz hat euch wohl dabei geholfen, was? Der bin ich bereits seit hundert Jahren auf den Fersen, seitdem sie die vollkommen überflüssige Internationale Einhorngesellschaft gegründet hat. Sie hat über den gesamten Zeitraum ihrer Existenz bis heute die Machtübernahme der Menschen in der von ihr so genannten Einhorndimension verhindert.«
Al Patrone macht eine kurze Pause, um sich zu sammeln. Die Vernichtung des Zauberwaldwesens war ein herber Verlust für die Loge. Das Zauberwaldwesen war exotisch, was Gangster grundsätzlich nicht beeindruckt. Es ist immer in der Gestalt der attraktiven Zauberwaldhexe Donna Leone in den Syndikatssitzungen aufgetreten. Es hat sich als erstes und bislang einziges Mitglied der Loge eine dauerhafte Existenz im Einhorngebiet aufgebaut. Donna Leone hat sehr erfolgreich Einhörner entführt. Das wäre eine hervorragende Grundlage für künftige Geschäfte in der Einhornwelt gewesen. Doch das ist dank der beiden Gören und der Alten aus der Einhornstraße leider vorbei. Sein Wutpegel steigt wieder.
Die Kinder schauen sich unruhig an. Sie befinden sich in der Einhorndimension, ohne mit ihrem Einhorn verbunden zu sein. Das ist beunruhigend, was man von Al Patrone auch ohne Zweifel sagen kann. Emma überlegt fieberhaft, wie sie sich aus dieser Situation befreien können. Al Patrone hat es noch nicht ausgesprochen, doch er sieht sie beide sicher als Gefangene an.
»Ihr habt die Loge erheblich geschädigt und meine Geschäfte empfindlich gestört. Normalerweise mache ich mit solchen Störenfrieden kurzen Prozess.« Er macht eine bedrohliche Handbewegung und zieht seinen rechten Daumen über seine Kehle.
Emma und Lisa wird schlecht vor Angst. Er will sie doch nicht umbringen? Emma traut ihm das zweifellos zu. Wahrscheinlich hat Al Patrone in seinem Leben hunderte von Lebewesen umgebracht.
Doch sie versucht, sich zu beruhigen und einen klaren Gedanken zu fassen. Sie hat eine Idee. Sie könnten versuchen, ihren Transferschlüssel zu benutzen. Dann müssten sie wieder nach Hause kommen. Igor hat sie so blitzschnell entführt, weil Al Patrone kein Aufsehen in der Menschendimension erregen will. Emma weiß nicht warum, aber es ist gut zu wissen, dass die Loge in der Menschendimension nicht auffallen möchte. Wenn alles funktioniert und sie mit ihrem Transferschlüssel die Menschendimension erreicht haben, sollten sie so viel Aufruhr wie möglich veranstalten. Sie glaubt, sie könnten damit Igor abhalten, sie erneut zu entführen.
»Hörst du mir überhaupt zu, du freche Göre?« Al Patrone stößt Emma heftig an der Schulter. »Ihr seid in meiner Gewalt. In der Menschendimension wird euch niemand vermissen, solange ihr hier seid. Ich könnte euch sofort erledigen, was mir übrigens größten Spaß machen würde.« Er leckt sich genießerisch die Lippen. »Aber ich habe andere Pläne mit euch. Ihr seid meine Köder. Wenn die alte Löffelsterz erfährt, dass ich euch entführt habe, wird sie ihre legendäre Vorsicht sausen lassen, um euch zu befreien.« Er lacht schadenfroh und mit größer Vorfreude.
Jetzt versteht Emma und ist erleichtert, weil sie nicht sofort umgebracht werden. Al Patrone zieht sein Handy heraus und drückt eine Taste. Igor erscheint augenblicklich in der Tür.
»Schaff die beiden weg und sperre sie ein. Zu essen und trinken brauchen sie sicher nichts, oder?« Er wendet sich hämisch lachend an die Kinder.





